Kesslers Blog

Was mich beschäftigt

Reichweitenangst

Unser Familienauto ist kurz vor den Sommerferien kaputtgegangen. Wir hatten also in den ersten Wochen der Sommerferien eine Aufgabe:

Finde ein neues Auto.

Schnell.

Ich hasse es, Autos zu kaufen – aus ganz vielen Gründen, auf die ich mal an anderer Stelle eingehen möchte. Wir haben uns letztendlich für einen gebrauchten Skoda Enyaq mit dem kleinsten Akku entschieden. Schon beim letzten Autokauf hatten wir den Plan, dass das nächste Auto ein eAuto wird. Zwar haderten wir etwas mit uns, weil eAutos doch noch recht teuer sind, aber letztendlich haben wir uns aus Gründen des Klimawandels für das eAuto entschieden. Wir wissen, wie viel wir jeden Tag fahren und kennen die ungefähre Reichweite des Autos. Also eigentlich alles kein Problem.

Ich bin jemand, der mit Unwissen sehr gut fährt – zumindest bei meinen Akkus. Das Erste, was ich bei neuer Technik ausschalte, ist die Prozentanzeige des Akkus. Schon bei der Probefahrt habe ich den Verkäufer also gefragt, ob ich die Prozentanzeige des Akkus ausschalten und durch eine Batterieanzeige oder Ähnliches ersetzen kann. Der Typ hat mich angeguckt wie ein Auto. 🤷🏻

Man kann sie übrigens nicht ausschalten. Seitdem starrt mich diese Prozentanzeige an und schreit mich förmlich an, dass ich bald liegen bleiben und dann stundenlang warten muss und das schon bei 63 % Akkustand auf meinem 13 km langen Arbeitsweg …

Auf der Kurzstrecke hat sich die Reichweitenangst allerdings schnell erledigt. Mit einem zu 80 % geladenen Akku komme ich über 200 km weit und die fahre ich im Alltag NIE. Trotzdem starrt ich diese Prozentanzeige an und ich hasse es.

Dank eines Freundes – danke noch mal, Lukas! – habe ich jetzt für die Langstrecke die App ABRP im Einsatz. Mein Skoda ist mit ABRP verbunden und kann die Fahrzeugdaten auslesen. Ich plane die Route also anhand der aktuellen Verbrauchsdaten meines Autos. Nach einer Fahrt nach Köln (hin und zurück jeweils 230 km ) und unserem Urlaub (hin und zurück jeweils 487 km) kann ich sagen, dass die Planung perfekt funktioniert. Auf dem Rückweg habe ich gar nicht mehr auf diese nervige Prozentanzeige geschaut. Stattdessen habe ich mich gefreut, dass ich trotz der Strompreise an der Tankstelle einfach SOOO viel billiger unterwegs war.

Kurz für Diesel Dieter noch ein paar Sätze zur Reichweite des Autos: Voll geladen sind es im Sommer unter besten Bedingungen ungefähr 300 km. Wir sind aber im Herbst gefahren, voll beladen, mit fünf Menschen und Gepäck.

Laut Planung haben wir für die Fahrt in den Urlaub letztendlich eineinhalb Stunden länger gebraucht, weil wir zweimal 45 Minuten laden mussten. Mr. Schwache Blase hätte sowieso halten müssen, und der andere Halt war unser Mittagessen. Die halbe Stunde, die tatsächlich zusätzlich dazugekommen ist, macht den Kohl nicht fett.

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